dfg - Ausgabe 31 - 16

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Artikel-Nr.: SW10302

 

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Produktinformationen "dfg - Ausgabe 31 - 16"

Gesundheits- und Sozialpolitik:
„Heimatstrategie“: Die bayerische Art von Föderalismus

(dfg 31 – 16) Seitdem der ehemalige CSU-Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer MdL (67) als Landesvater in Bayern regiert, scheint er fast täglich für eine Überraschung gut zu sein. Das gilt auch für ein unerwartetes Ergebnis der jüngsten Klausurtagung des bayerischen Kabinettes in St. Quirin am Tegernsee. Am 30. Juli 2016 beschloß dort der Ministerrat, die zweite Stufe seines neuen Föderalismusweges zu zünden. Um die Wirtschaft vor Ort mit Verwaltungseinheiten zu stärken, verlagert man ab 2017 ein ganzes Staatsministerium in die Provinz – oder besser gesagt in einen der aufstrebenden sieben Bezirke Bayerns. Und richtet nicht nur, wie zuvor, einen zweiten Dienstsitz ein. Das Ganze nennt sich „Heimatstrategie“ und dürfte ab 2017 zu erheblicher Aufregung wie Strukturplanungen im gesamten bayerischen Gesundheitswesen führen.

Private Krankenversicherung:
PKV vor neuen Herausforderungen

(dfg 31 – 16) Der wichtigste politische Feind der Privaten Krankenversicherung (PKV) dürfte aktuell wohl Prof. Dr. med. Dr. sc. (Harvard) Karl W. Lauterbach MdB (53) sein. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion propagiert zusammen mit den Protagonisten des linken Flügels seiner Partei unverdrossen die Idee der „Bürgerversicherung“. Und mit ihm favorisieren zwei weitere der sechs im Bundestag vertretenen Parteien in der einen oder anderen Art diese Form der Absicherung der Bevölkerung. Die davon betroffene Branche kämpft tapfer dagegen. Denn seit 2013 bewahrt sie der schwarze Teil der Großen Koalition in Berlin weitgehend vor gravierenden politischen Maßnahmen. Gefahren drohen den Gesellschaften von ganz anderer Seite. Zum einen konnten die 42 ordentlichen Mitglieder des PKV-Verbandes nicht verhindern, daß die Zahl der PKV-Vollversicherten zum vierten Mal in Folge auch im Jahr 2015 weitgehend stagnierte. Auch wenn einige Unternehmen überaus erfolgreich im Markt agierten, das ständige Gerede über die Branche nagte wie auch die übliche Sterbequote und die wiederholten Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenzen an den Beständen. Bei einigen Versicherern zeigten sich die Folgen ökonomischer Fehlentscheidungen, die bei diesen zu einer gewaltigen Erosion der Bestände führ-ten. Der PKV-Verband steuert durch entsprechende Beschlüsse und Maßnahmen zwar erfolgreich gegen den Trend an und hält vor allem seine früheren „schwarzen Schafe“ in Schach. Allerdings: 2017 droht Ungemach. Angesichts des Niedrigzinsniveaus auf den internationalen Finanzmärkten können einige Unternehmen nicht mehr die Rechnungszinsvorschriften ausreichend bedienen. Schon jetzt scheint absehbar, daß es im kommenden Jahr auf breiter Front zu Erhöhungen von Tarifen kommen wird. Das dürften einige preisaffine Versicherte nicht goutieren und den Weg zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) suchen.

Ärzte:
KBV-Niederlage: Der „Vertrauensausschuß“ ahnte nicht nur diese

(dfg 31 – 16) Könnte es sein, daß der „Feldzug“ der Meininger Hausärztin Regina Feldmann (63) und anderer gegen das „Ancien Regime“ in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ins Stocken geraten ist? Teilweise waren die vor Berliner Gerichten erzielten „Erfolge“ beachtlich. Zumindest versuchte die am „Hof“ der KBV-Mobbying-Queen hoch geschätzte Kölner Kanzlei Cornelius Bartenbach Haesemann & Partner (CBH) bisher diesen Eindruck zu erwecken. Doch die „Serie“ riß vorerst ab. Die bisher größte Niederlage mußte man am 12. Juli 2016 einstecken. Deren Auswirkungen könnten sich auch auf andere Rechtsverfahren negativ auswirken. Außerdem soll unter den 60 Mitgliedern der Vertreterversammlung (VV) der KBV ein brisantes, wie geheimes achtzehnseitiges Papier des so genannten „Vertrauensausschusses“ der KBV kursieren, über des-sen Inhalt nur gewispert wird.

Zahnärzte:
KZV-Wahlen: In Bayern gehen ab 2017 die Uhren anders

(dfg 31 – 16) Landauf, landab bestimmen zur Zeit die niedergelassenen Mediziner die Zusammensetzung ihrer Selbstverwaltungsorgane neu. In vielen Fällen blieben bisher Überraschungen aus, in erfreulicher Weise nahm teilweise sogar die Wahlbeteiligung zu. Seit dem 25. Juli 2016 ist sicher, daß es zumindest bei der größten Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) zu einem Machtwechsel kommt. Der Landesverband Bayern des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) fuhr im Freistaat bei den Wahlen zur Vertreterversammlung (VV) der KZV Bayerns (KZVB) einen fulminanten Wahlsieg in die Scheuer.

Krankenhäuser:
MEDIAN angelt sich einen Familienkonzern

(dfg 31 – 16) Bei der Berliner MEDIAN Kliniken GmbH stieg 2014 die niederländische „Heuschre-cke“ Waterland Private Equity N.V. ein. Sie sollen dafür laut dem Branchendienst „juve“ rund 1 Mrd. € aufgewandt haben. Bereits im Dezember 2014 verschmolzen die Holländer ihre pfälzischen RHM-Kliniken, die sie 2011 gekauft hatten, mit den MEDIAN-Einrichtungen. Aus dem damals aus 72 Kliniken mit rund 12.000 Betten bestehenden Konzern entwickelte sich durch weitere Zukäufe der „größte private Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen“ in Deutschland. So lautet zumin-dest die Eigeneinschätzung der Berliner. Doch der Appetit auf mehr dürfte noch nicht gestillt gewe-sen sein. Am 29. Juli 2016 wurde bekannt, daß man sich auf einen Schlag weitere 45 Einrichtungen einverleiben möchte, die Genehmigung des Bundeskartellamtes (BKartA) vorausgesetzt. Die Zusammenführung des nunmehr auf 123 Einrichtungen gewachsenen Konglomerates soll im Jahr 2017 vollzogen werden.

Hilfsmittel:
Gesundheitshandwerk: Einigen wird es in ihrer Branche zu eng (werden)

(dfg 31 – 16) Bei den Hörgeräteakustikern ist aktuell die Welt nicht mehr in Ordnung, die Marktgewichte verschieben sich erheblich. Zum einen fürchten gerade kleinere Betriebe den zunehmenden Verdrängungswettbewerb unter den Anbietern. Am 22. Juli 2016 genehmigte das Bundeskartellamt (BKartA) die Übernahme von zwei der führenden Bundesinnungsmitgliedern in Deutschland durch einen Hersteller. Dem bundesweit größten Betriebskonglomerat hingegen, der KIND Hörgeräte GmbH & Co. KG in Großburgwedel bei Hannover, reichen die klassischen Umsätze nicht mehr aus. Sie möchte am liebsten in einem weiteren Bereich des Gesundheitshandwerks fischen, nämlich bei den Augenoptikern.

Terminvorankündigung:
Einladung zum 8. A+S-Netzwerkertreffen im „Haifischbecken Gesundheitswesen“

(dfg 31 – 16) Nur wenige andere Bereiche in der deutschen Wirtschaft erfordern ein solch großes Spezial-wissen wie das deutsche Gesundheitswesen. Täglich werden Entscheidungen durch gesetzlich definierte Sperren blockiert, ist kaum noch ein Blick über den eigenen Tellerrand möglich. Die Auswirkungen sind be-kannt: Man schmort im eigenen Saft. Wer sich in einem fachlichen Netzwerk befindet, versteht mehr, kann optimal entscheiden.

Verlagsmitteilung:

Dieser dfg-Ausgabe liegt nur für Abonennten als Supplement die Ausgabe Nr. 3 - 16 der „BzG – Beiträge zur Gesellschaftspolitik“ mit dem „dfg-PKV-Ranking – Liste der deutschen privaten Krankenversicherungsunternehmen“ nach Versichertenzahlen zum Stichtag 1. Januar 2016 bei.



 

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