dfg - Ausgabe 45 - 17

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Artikel-Nr.: SW10378

 

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Produktinformationen "dfg - Ausgabe 45 - 17"

Kommentar zur Gesundheits- und Sozialpolitik:
Morbi-RSA bleibt „Büchse der Pandora“ der GKV

(dfg 45 – 17) In der altgriechischen Mythologie bedeutete die „Büchse der Pandora“ nichts Gutes. Enthielt sie doch alle Schlechtigkeiten dieser Welt. Für jeden neuen BundesgesundheitsministerIn, der/die noch in diesem Jahr oder im Frühjahr 2018 sein Amt antritt, dürfte sich die notwendige Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) als ebenso heimtückisch er-weisen. Vorschläge gibt es zu hauf. Doch jede Entscheidung, an den Stellschrauben des Ausgleichsverfahrens nach links oder rechts zu drehen, ruft den wütenden Protest von mindestens einem Drittel des „Marktes“, wenn nicht größerer Marktanteilsinhaber aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervor. Der vorhandene Interessenwirrwarr führte bereits zu einem veritablen „Krieg“ der GKV-Kassenarten untereinander. Nach der Bonner Präsentation nur der Zusammenfassung des von CDU-Amtsinhaber Hermann Gröhe MdB (56) initiierten Wissenschaftler-Gutachtens am 19. Oktober 2017 (vgl. dfg 43 – 17, S. 2ff.) flammten die kurzzeitig zum Erliegen gekommenen Gefechte wieder auf. Angeheizt durch weitere Gutachten, das ungeschickte Verhalten des Beiratsvorsitzenden Prof. Dr. rer. pol. Jürgen Wasem (58) und unterschiedlichen Wortspenden wie Forderungen führender Landespolitiker.

Gesetzliche Krankenversicherung:
Mitgliederentwicklung I: Es bleibt dabei „and the winner takes it all …“

(dfg 45 – 17) Während andere Volkswirtschaften schwächeln, geht es in Deutschland immer weiter aufwärts. Auch wenn die Integration der Flüchtlinge und Immigranten schwer fallen mag, es ist ex-trem lange her, daß in bundesdeutschen Landen fast Vollbeschäftigung herrschte. Dieses schlägt sich bekanntlich in den Daten und Fakten der Sozialversicherungszweige nieder, macht also auch nicht vor der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) halt. Kein Wunder, daß die Beamten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) immer besser werden. Bereits am 7. November 2017 legten sie ihre GKV-Monatsstatistik zum Stichtag 1. Oktober 2017 vor. Wie schon im August 2017 hatten sie trotz der Brückentage u.ä. die Meldungen der 112 noch bestehenden Krankenkassen gem. Formular KM1 schnell ausgewertet. Das Fazit fiel wiederum glänzend aus: Die GKV konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 nicht nur einen neuen Mitgliederrekord, sondern auch einen erneuten Versichertenspitzenwert verbuchen. Aber nur drei der sechs Kassenarten profitierten per Saldo von dem massiven Anstieg der Mitglieder- und Versichertenzahlen. Entgegen aller ökonomischen Trends müssen sich die Kassengranden in allen anderen Kassenarten so ihre Gedanken machen, warum aktuell das so genannte „grüne Lager“, also die elf Ortskrankenkassen, den Löwenanteil an der Zuwachs-Butter auf dem dicken Brot des Erfolges wegstreicht.

Mitgliederentwicklung II: Die Phalanx der AOKen prescht weiter nach vorn

(dfg 45 – 17) In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 setzten die elf Ortskrankenkassen ihren „Siegeszug“ bei der Mitglieder- und Versichertenentwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ungebremst fort. Allerdings auf dem Niveau des I. Quartales 2017 als sie rund 70 Prozent des Gesamtnettozuwachses (vgl. dfg 19 – 17, S. 2ff.), „einsacken“ konnten. Im II. Quartal verbuchten die AOKen hingegen fast fünf Sechstel des GKV-Nettozuwachses des 1. Halbjahres 2017 (vgl. dfg 33 – 17, S. 3ff.). Nach den für die Mitgliederakquise so wichtigen Sommermonaten sank man auf ein Niveau von „nur“, aber immer noch mehr als beachtlichen, 65 Prozent ab (vgl. Beitrag in dieser dfg-Ausgabe). Wen wundert es da, wenn weiterhin sieben der elf Schwestern aus dem „grünen Lager“ die TOP 10-Liste des neuesten dfg-GKV-Mitglieder-Rankings nach Köpfen dominieren. Das geht aus den Erhebungen der dfg-Redaktion für das aktuelle dfg-Ranking zum Stichtag 1. Oktober 2017 hervor, das als Ausgabe 8 – 17 der „BzG – Beiträge zur Gesellschaftspolitik“ als Supplement nur für Abonnenten dieser dfg-Ausgabe beiliegt.

eHealth:
AOK Nordost: Den digitalen Wandel im Sinne der Patienten gestalten

(dfg 45 – 17) Bei den elf Ortskrankenkassen hat sich in den letzten Jahren eine interessante Strategie herausgeschält, wenn es um die Bearbeitung von Problemen im Gesundheitswesen ging. Anstatt jeweils elf eigene (Insel-)Lösungen für teures Geld in den eigenen Bundesländern zu entwickeln, wählte die AOK-Familie drei Schwestern aus. Die werkelten und bosselten, probierten aus und irgendwann wurde das Ergebnis bei einer der elf Schwestern als Pilot „für alle“ auf Kiel gelegt. Auf diese Weise sparte man nicht nur Geld, jede einzelne Kasse entwickelte bei bestimmten Sachfragen ihre ureigene, bundesweite Sachkompetenz. So „spricht“ und handelt quasi die Potsdamer AOK Nordost in allen eHealth-Bereichen für ihre zehn Schwestern. Der letzte, von der Kasse betreute AOK-Coup waren die Pilot-Projekte zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA), die die AOK Bundesverband GbR der Öffentlichkeit vorstellte (vgl. dfg 40 - 17, S. 4ff.). Am 1. November 2017 ließ die ostdeutsche Körperschaft erneut aufhorchen. Sie veröffentlichte ein 21 Seiten starkes Positionspapier zur „Zukunft der Digitalisierung im Gesundheitswesen“.

Wir dokumentieren die Zusammenfassung des AOK-Papieres im vollen Wortlaut.

Versichertenstammdatendienst: Heilberufler und Kassen können aufatmen

(dfg 45 – 17) Alles, was rund um die Berliner Gesellschaft für Telematikanwendungen der Ge-sundheitskarte mbH (gematik) passiert, sorgt in der Regel im bundesdeutschen Gesundheitswesen für Verdruß. So z.B. die Idee des Gesetzgebers, mit dem eHealth-Gesetz sanktionsbewehrte Fristen für die Einführung der bundesweiten Nutzungsmöglichkeit der Online-Prüfung und -Aktualisierung der Versichertenstammdaten vorzusehen. Der so sogenannte „Versichertenstammdatendienst“ schmeckte vor allem der vertragsärztlichen Basis nicht, weil sie nicht das „Geschäft“ der Krankenkassen übernehmen wollten. Als auch noch weitgehend die zuständigen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft versagten – bis auf die Koblenzer CompuGroup Medical AG (CGM) – und nicht rechtzeitig passende Konnektoren liefern konnten, war das Geschrei noch größer. Schließlich ging es um viel Geld. Kaum bemerkt, sogar von der Fachöffentlichkeit, legte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 22. September 2017 den Entwurf einer Rechtsverordnung vor, mit dem die Vorgaben des § 291 Abs. 2b Satz 14 SGB V zum zweiten Male verlängert werden sollen (vgl. BR-Drs. 652/17). Der Entwurf passierte am 3. November 2017 bereits den Bundesrat.

Personalia / Berliner Szene:

1. Neuer destatis-Chef berufen
2. AOK Bayern: Der „Stubenälteste“ der AOK-Familie geht frühzeitig

Dokumentation:
39. dfg-GKV-Versicherten-Ranking: Champagnerkorken auch an anderen Orten

(dfg 45 – 17) Zum 39. Mal legt die dfg-Redaktion das dfg-GKV-Versicherten-Ranking aller deutschen Krankenkassen vor. Zusammen mit dem dfg-GKV-Mitglieder-Ranking und dem dfg-Krankenkassen-ATLAS entstanden seit 2004 Fakten-Kompendien über den Strukturwandel in der Gesetzlichen Kranken-versicherung (GKV), die so ihresgleichen suchen.

Das neue dfg-GKV-Versicherten-Ranking zum Stichtag 1. Oktober 2017 demonstriert zum wiederholten Male – analog zum dfg-GKV-Mitglieder-Ranking (vgl. Beitrag in dieser dfg-Ausgabe) die aktuell existierende extreme „Anzieh-ungskraft“ der elf Ortskrankenkassen. Doch nicht nur im „grünen Lager“ darf man jubeln. Champagnerkorken müßten gleich zwei Mal an der Alster geknallt haben. Zwei Ersatzkassen, die Techniker Krankenkasse (TK) wie auch die Hanseatische Krankenkasse (HEK) durchbrachen belegbar lang gehaltene Schallmauern. Als erste Kasse überhaupt knackte die TK die 10 Millionen-Versicherten-Grenze. Und für den am 24. November 2017 sich in den Ruhestand verabschiedenden HEK-Vorstandsvorsitzenden Jens Luther (63) ging ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Er hatte vor Jahrzehnten die Leitung einer dahin siechenden Körperschaft übernommen, die nun in neuem, auch finanziellem Glanz erstrahlt. Kurz vor Tores Schluß der Lohn der Mühen: Die HEK hatte die Schwelle von 500.000 Versicherten überschritten. Für Luther ein wahrer Grund, sich per Rundschreiben bei den Mitarbeitern herzlichst zu bedanken. Dritter im Bunde: Der AOK Rheinland/Hamburg gelang es, die 3 Millionen-Grenze zu überspringen.

Ansonsten auf den vorderen Rängen: Der AOK Hessen gelang es endlich, mit der Knappschaft (KBS) die Plätze 13+14 zu tauschen. Gleiches gelang der IKK Südwest noch nicht. Angesichts eigener Versichertenverluste ist das Rennen gegen die Landwirtschaftliche Krankenversicherung (SVLFG) um Rang 22 zum Stichtag 1. Oktober 2017 noch nicht entschieden worden.

Glänzend – wie auch beim dfg-GKV-Mitglieder-Ranking – platzierte sich die Bremer handelskrankenkasse (hkk). Es reichte jedoch weiterhin nicht für mehr als Rang 25. Die BKK VBU hält immer noch locker die hinter ihr liegende Hanseatische Krankenkasse (HEK) auf Abstand (Ränge 27+28). Den größten Sprung machte von Platz 51 auf nunmehr Rang 44 die BKK24. Die Fusion mit der BKK advita zum 1. Oktober 2017 machte es möglich.

 

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